Eine der vielleicht wichtigsten Wortschöpfungen seit der Erfindung der Ehe von Mann und Frau verdanken wir dem Schriftsteller Axel Hacke. Das „Partnerschafts-Passiv“ bezeichnet dabei die einmalige Fähigkeit des weiblichen Geschlechts, Wünsche und Aufforderungen so zu kommunizieren, dass sie vom Mann nicht verstanden werden können. Ein Beispiel: Wenn eine Frau ihrem Gatten gegenüber die klare Bitte formulieren würde, „Schatz, bringst du bitte mal den Müll runter?“, würde der Mann dies vermutlich, wenn auch mürrisch, tun. Stattdessen sagt sie jedoch „Der Müll müsste eigentlich mal runtergebracht werden“, doch mit einer derart verklausulierten Aufforderung kann ein Mann aufgrund seiner evolutionären Entwicklungsgeschichte – Jäger und Krieger konnten nun einmal nur durch klare Ansagen in der Wildnis und auf dem Schlachtfeld überleben – nichts anfangen. Deshalb wird der Mann, von rühmlichen Ausnahmen einmal abgesehen, auch nicht sofort aufspringen und eine Terrassentür oder ein Fenster schließen, wenn seine Frau davon spricht, dass „es vielleicht doch etwas kühl sei.“ Nein, ein Mann braucht jetzt einen eindeutigen Befehle („Machst du die Terrassentür bitte zu?“), dann funktioniert er für gewöhnlich wie eine Eins.
Noch schwieriger stellt sich die Kommunikation für den Mann dar, wenn ihn die Frau mit Fragen konfrontiert, die ihre Persönlichkeit und/oder Befindlichkeit betreffen. Vor allem also mit der einen Frage, die schon viele Scheidungsanwälte reich gemacht hat. Sie lautet: „Findest du mich eigentlich zu dick?“
Etwa 99,7 Prozent aller Männer würden sich jetzt lieber ihre Zehennägel ohne Betäubung mit einer rostigen Flachzange herausreißen lassen als zu antworten. Denn alles, was er jetzt erwidern würde, wäre die falsche Antwort. „Ja“ heißt „ja“, „Nein“ heißt ebenfalls „Ja“, „Ich weiß nicht“ oder „keine Ahnung“ heißt doppeltes „Ja“ und „die paar Kilos mehr stehen dir ganz prima“, heißt „Pack‘ sofort deine Koffer.“
Für den Mann gibt es daher jetzt nur eine (und zugegeben extrem geringe) Chance, aus diesem Dilemma unbeschadet rauszukommen. Er muss einfach „natürlich nicht!“ sagen, dabei einen Hauch von Empörung einfließen lassen, aber mit dieser Antwort darf er nicht eine Nanosekunde zögern.
Viel Glück!