„Sammeln Sie Punkte?“ Diese Frage kennen Sie. Denn diese Frage gehört schließlich zu den Standardfloskeln des kundenorientierten Personals an den Registrierkassen des Einzelhandels und der Tankstellen. Aber mal so ganz unter uns: Diese Punkte bringen vielleicht ein paar Cent Ersparnis in der Haushaltskasse, aber sie machen weder glücklicher noch zufriedener.
Sammeln Sie in Zukunft daher lieber Punkte, die wirklich zählen – sammeln Sie Karma-Punkte!
Zugegeben, Sie können so ein Karma weder anfassen noch riechen, hören oder sehen. Aber es ist da. Ständig und ununterbrochen. Das Tolle an so einem Karma ist: Sie können es verbessern. Blöderweise können Sie Ihr Karma jedoch auch verschlechtern. Und das ist nicht gut, wenn Sie irgendwann ins Nirvana kommen wollen, das, wie man so hört, reizvoller sein soll als das Paradies.
Sie fragen sich jetzt vielleicht, wie Sie Ihr Karma-Punktekonto auffüllen können. Ganz einfach: Seien Sie einfach freundlich, zu sich, zu anderen, zu Tieren, zur Natur und sogar zu Radfahrern, selbst wenn die Ihnen im Dunkeln ohne Licht die Vorfahrt nehmen. Bremsen Sie, bleiben Sie gelassen, und freuen Sie sich nicht einmal insgeheim, wenn diesem Radfahrer im nächsten Moment ein Missgeschick passieren sollte. Wenn er sich voll auf die Fresse legt zum Beispiel.
Das wäre schon mal eine gute Basis. Mit jeder weiteren guten Tat können Sie nun zusätzliche Karma-Punkte einheimsen, allerdings auch nur dann, wenn es nicht die gute Tat ist, die für Sie im Vordergrund steht, sondern einzig und allein der gut gemeinte Gedanke dahinter. Verstehen Sie? Wenn Sie also beispielsweise irgendjemandem minutenlang die Tür aufhalten, obwohl der- oder diejenige gar nicht hinein- oder hinausgehen möchte, kriegen Sie trotzdem einen Karma-Punkt. Um andererseits ihr Punktekonto nicht zu gefährden, sollten Sie zukünftig besonders aufmerksam durch die Welt gehen und gewisse Nachlässigkeiten tunlichst vermeiden: Wer etwa Bonbonpapier achtlos wegschnippt, Kippen auf dem Bürgersteig austritt oder auch einen Joghurt nur einen Tag nach dem Ablauf des Mindesthalbarkeitsdatums wegwirft, riskiert schnell ein ganz mieses Karma. Und könnte im nächsten Leben als Milchsäurebazillus wiedergeboren werden. Das Nirvana können Sie dann erstmal getrost vergessen.