Die Frage aller Fragen

Und schon schwubbert sie wieder in unseren Köpfen herum, die ominöse „K-Frage“, also die Frage, die immer dann von den Medien aufgeworfen wird, wenn eine Partei sich im Vorfeld einer Bundestagswahl für eine Kandidatin oder einen Kandidaten entscheiden muss, mit der oder mit dem sie sich die größten Chancen ausrechnet. Nun könnte man meinen, dass die „K-Frage“ die wichtigste ever ist, da ja immerhin nicht mehr und nicht weniger als die prosperierende Zukunft unseres Landes auf dem Spiel steht.

Aber dem ist nicht so. Es gibt weitaus wichtigere Fragen, nämlich die nach dem „wie“ oder „warum“ (letztere wird vor allem von Kindern gestellt). Doch die Frage aller Fragen – um mal zum Punkt zu kommen – lautet: „Wo ist (oder wo sind)…?“

Vor allem Frauen könnten jetzt die drei Pünktchen sicherlich mit zahlreichen Substantiven ersetzen, wie zum Beispiel „Handy“, „Portemonnaie“, „Autoschlüssel“, „Handschuhe“, „Brille“, „Ausweis“, „Suppenteller“; diese Liste ließe nun sich beliebig lange fortsetzen. Sehr lange.

Das frappierende daran ist, dass die„Wo-Frage“ erstens ausschließlich von Männern gestellt werde und zweitens, auch nur dann, wenn die Frau im Hause sei. Und erstaunlicherweise würden die Männer, drittens, diese „Wo-Frage“ geradezu reflexartig herausblasen, ohne auch nur einmal selbst hinzugucken oder zu überlegen, obwohl sie doch eigentlich ganz genau wissen müssten, wo sich der Staubsauger, die Müllbeutel oder die bereits oben erwähnten Suppenteller befinden würden – weil sie schließlich schon mehrere Jahrzehnte mit ihrer Frau im selben Haushalt wohnen würden. Warum das so ist, vermag jedoch niemand zu sagen.