Heute gibt’s beim Chinamann um die Ecke ein richtig leckeres „Pannengericht“, „Bambi-Goreng“ nämlich, „Achtung sähr schaf!“
Immer dann, wenn ich Rechtsschreibfähler oder Sinnentstellendes in einer Speisenkarte entdecke (es heißt wohl wirklich Speisen- und nicht Speisekarte), kommt der deutsche Oberlehrer in mir durch. Dass an unseren Lieblings-Urlaubszielen die zumeist viersprachigen Menükarten der kulinarischen Touristenfallen Fehler enthalten, die zumeist köstlicher sind als die Speisen an sich (beispielsweise „Fritierter Tittenfisch“ oder „Hackauflauf mit Oberschiene“), ist verständlich, denn die meisten Menschen schreiben schließlich nach Gehör, wenn sie eine fremde Sprache gar nicht oder nur rudimentär kennen. Aber muss es deshalb gleich „Bratwuast im Brötchen“ heißen? Oder „Cordundblö mit feinen Gemüsen“?
Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass all diese falsch geschriebenen Gerichte aus einer speziellen Speisenkarten-Agentur stammen, wo sich eine Gruppe bekiffter, durchgeknallter Texterinnen und Texter den ganzen Tag damit beschäftigt, Angebote wie „Leckere vegetarische Fisch, Fleisch- und Nudelgerichte“, „Brokkoli-Kartoffel-Auflauf mit Bechermehlsoße überbacken“, „Rinderrolladen“ oder „Koteletten in Soße“ zu ersinnen. Das könnte haarig werden. Und, ach ja: Gibt es das „Rumsteak“ eigentlich auch ohne Alkohol? Sonst tanz‘ ich gleich eine „Spaghetti Polonaise“.
Gastronomen, die sich die (vermuteten) Agenturkosten sparen wollen, nutzen zumeist den Google-Übersetzer, was zum Beispiel einen „Erbseneinlauf mit Speck“ zur Folge hat oder ein „Schokomüssee“, dicht gefolgt von den Schokomuffen“ oder der „Surkrem“ zur gebackenen Ofenkartoffel. Mal ehrlich: Wie häufig haben Sie schon ein „Lachsteak“ oder „Laxsteak“ anstatt eines Lachssteaks serviert bekommen? Der Vorschlag eines Hotels, doch heute mal mit „Cornfreaks“ in den Tag zu starten, ist dagegen sicherlich reizvoll.
Noch ein Tipp: Sollte unten auf der Karte „Wenn Sie jetzt Fragen haben – wir braten sie gerne!“ steht, sollten Sie sicherheitshalber das Lokal wechseln.