Das moderne Großraumbüro von heute ist vergleichbar mit der Wohngemeinschaft von damals, als man in stundenlangen Diskussionen bei bewusstseinserweiternden Joints und Kirschtee versuchte, einen allgemeingültigen Haushaltsplan aufzustellen. Wer sich an diese Anfänge selbstständigen Lebens fernab von Hotel Mama erinnern kann, weiß, dass diese Sit-ins immer zu einem Ergebnis führten: zu nichts. Wohngemeinschaften waren ein steter Quell der Schimmelpilze und des Staubs, der sich irgendwann nicht mehr vermehren kann.
Wenn Sie jetzt glauben, dass sich dieses Verhalten mit zunehmendem Alter ändern könnte, dann irren Sie. Beobachten Sie doch mal das Verhältnis ihrer Kolleginnen und Kollegen zur Kaffeemaschine, die vom großzügigen Arbeitgeber zur allgemeinen Nutzung spendiert wurde. Die einfache Regel lautet: Wer den letzten Kaffee aus der Kanne nimmt, muss einen neuen Kaffee aufsetzen. Langzeitstudien führender Arbeitspsychologen haben jedoch ergeben, dass…
… 44 Prozent der Kaffeetrinker peinlich genau darauf achten, dass sie immer eine winzige Pfütze Kaffee in der Kanne zurücklassen
… 32 Prozent auch nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit noch immer nicht wissen, wo das Kaffeepulver gelagert wird, geschweige denn die Filtertüten
… zehn Prozent den laufenden Brühprozess unterbrechen, was den übrigen Kaffee in der Kanne am Ende in Plörre verwandelt
… neun Prozent zwar brav Kaffee kochen wollen, aber immer nur die obere Wärmeplatte anschalten und dann irgendwann frustriert weggehen, weil einfach nix passiert
… so dass weitere vier Prozent den Wassertank doppelt befüllen, eine Überschwemmung verursachen und dann augenblicklich in ein dringendes Meeting verschwinden müssen.
Komischerweise findet sich am Ende jedoch immer dieselbe Person, die weiß, wo man die Ingredienzien zum Kaffeekochen findet, wie die Maschine funktioniert und wie man eine Überschwemmung mit Wischmob und Eimer beseitigt. Aber wenn diese Person dann vom Händewaschen zur Kaffeemaschine zurückkehrt, um sich selbst eine Tasse zu gönnen, befindet sich bloß noch ein winziger Schluck in der Kanne. Wetten, dass?